Vom 14. bis 17. Juli 2026 unternahm die Klasse VABO 2 des Walter-Eucken-Gymnasiums eine viertägige Bildungsfahrt in die Bundeshauptstadt Berlin – und kehrte mit Eindrücken zurück, die weit über eine gewöhnliche Klassenfahrt hinausgehen.
Die Initiative für diese Reise kam von den Schülerinnen und Schülern selbst. Viele von ihnen sind erst seit wenigen Jahren in Deutschland, haben Grenzen überwunden, neue Sprachen gelernt und trotz schwieriger Lebensumstände eine bemerkenswerte Motivation entwickelt. Ihr Wunsch: Deutschland besser verstehen – nicht nur die Sprache, sondern auch die Demokratie, die Geschichte und die Menschen.
Berlin hautnah – Geschichte, die man spürt
Bereits am ersten Abend besuchte die Klasse den Checkpoint Charlie – den ehemaligen Grenzübergang zwischen Ost- und West-Berlin. Für viele Schülerinnen und Schüler, die selbst Grenzen kennen und wissen, was es bedeutet, ein Land verlassen zu müssen, war dieser Ort besonders berührend.
Am Mittwoch führte der Weg durch das politische Herz Berlins: Brandenburger Tor, Holocaust-Mahnmal und Topographie des Terrors. An jedem dieser Orte setzte sich die Klasse mit einem anderen Kapitel der deutschen Geschichte auseinander – und zog dabei immer wieder Verbindungen zur eigenen Biografie.
Im Bundestag: Demokratie zum Anfassen
Der Höhepunkt der Reise war zweifellos der Besuch des Deutschen Bundestags. Die Schülerinnen und Schüler trafen Mitarbeiterinnen aus dem Büro der Freiburger Bundestagsabgeordneten Chantal Kopf (Bündnis 90/Die Grünen). In einem persönlichen Gespräch stellten sie Fragen, die sie im Vorfeld selbst erarbeitet hatten – zu Themen wie Integration, Klimaschutz, Europa, Raumfahrt und der Zukunft Deutschlands.
Anschließend besuchten sie die Besuchertribüne des Plenarsaals und erlebten den Ort, an dem die Gesetze Deutschlands gemacht werden – aus nächster Nähe. Viele von ihnen standen zum ersten Mal in ihrem Leben in einem Parlament.
"Ich habe zum ersten Mal wirklich verstanden, wie Demokratie funktioniert." – Schülerin der Klasse VABO 2
Futurium und East Side Gallery – Zukunft trifft Erinnerung
Am Donnerstag besuchte die Klasse das Futurium – ein interaktives Zukunftsmuseum direkt am Berliner Hauptbahnhof, das verschiedene Szenarien für das Leben auf der Erde zeigt. Im Anschluss spazierten die Schülerinnen und Schüler entlang der East Side Gallery, dem längsten erhaltenen Abschnitt der Berliner Mauer, der heute 106 internationale Kunstwerke trägt.
Ein herzlicher Dank
Diese Reise wäre ohne die großzügige Unterstützung der Matthias-Ginter-Stiftung in Freiburg nicht möglich gewesen. Die Stiftung hat den Großteil der Kosten übernommen und damit 15 jungen Menschen ermöglicht, Deutschland auf eine Art zu erleben, die kein Lehrbuch ersetzen kann.
Als Lehrerinnen sind wir tief bewegt von dem, was wir in diesen vier Tagen erlebt haben. Unsere Schülerinnen und Schüler haben gezeigt, wie viel Neugier, Mut und Interesse in ihnen steckt. Sie sind die Zukunft Freiburgs – und Deutschlands.
Y. Padilla de Rothmund & D. Meebold; Klassenlehrerinnen VABO 2