Walter-Eucken-Gymnasium // Kaufmännische Schulen I // Freiburg

Geschlechtergerechte Sprache

In eigener Sache: Für eine geschlechtergerechte Sprache

Ein Text sollte alle die ansprechen, die gemeint sind. Kann das gelingen, wenn generalisierend von Schülern die Rede ist? Fühlen sich Schülerinnen dann noch angesprochen? Daran wird heute gezweifelt. Der Duden-Verlag beispielweise trägt diesem Zweifel Rechnung, indem im Online-Duden der Ausdruck Schüler mit „Junge, Jugendlicher, der eine Schule besucht“ bestimmt wird und „Schülerin“ einen eigenen Eintrag hat. Wir teilen diesen Zweifel.

Dopplungen wie „Schüler und Schülerinnen“ werden das Anliegen, geschlechtergerecht zu schreiben, allein jedoch nicht lösen: Wortbildungen wie Lehrer*innen-Zimmer werfen die Frage auf, ob so gegenderte Texte dem Anspruch, verständlich und gut lesbar zu sein, nicht widersprechen. Als Schule sind wir zudem verpflichtet, die amtliche Rechtschreibung zu lehren.

Mit den nachfolgend aufgeführten Empfehlungen suchen wir daher den Kompromiss: Wir wollen auf diesen Seiten geschlechtergerecht schreiben und behutsam mit der Sprache umgehen. Dabei werden wir in einem Punkt von der amtlichen Rechtschreibung abweichen. Zur Darstellung von Kurzformen werden wir statt des Schrägstrichs mit Bindestrich („Schüler/-innen“) den Asterisken („*“), das sogenannte Gendersternchen, verwenden. Wir sehen darin ein sichtbares Zeichen für das Anliegen einer geschlechtergerechten Sprache.

Geschlechtergerecht schreiben: Wortwahl

  • Doppelnennungen femininer und maskuliner Formen:
     
  • Kurzform mit Asterisk:
    Aber: Beibehaltung der Endungen, wo diese im Satz verlangt werden:
     
  • Komposita mit „-mann/-frau“; Plural „-leute“:
     
  • Substantivierte Formen des Partizips I und II
     
  • Ersatzformen (geschlechtsneutrale übergreifende Formulierungen):




     
  • Adjektiv anstelle eines männlichen oder weiblichen Nomens:
     
  • feminine Titel und Berufsbezeichnungen:
     
  • Vermeidung des generischen Maskulinums:
     
  • Vermeidung von Klischees, Stereotypen und sexistischen Ausdrucksformen:


Leser und Leserin, Schülerinnen und Schüler, jede und jeder

Kandidat*in, Schüler*in, Direktor*in

Die Lehrkraft teilt den Schülerinnen und Schülern die Noten mit.


Kaufmann, Kauffrau, Kaufleute; Fachmann, Fachfrau, Fachleute





Direktor oder Direktorin            ->        Direktion
Lehrer oder Lehrerin                 ->       Lehrkraft
Helferin oder Helfer                  ->        Hilfskraft
Betreuer oder Betreuerin          ->       Betreuungskraft
Kolleginnen oder Kollegen        ->       Kollegium


Rat des Arztes oder der Ärztin   ->      ärztlicher Rat
Kritiker                                        ->      kritische Stimmen

Frau Professorin, Frau Bürgermeisterin


Sie ist Arzt.                                 ->      Sie ist Ärztin.
Die Bürger von Freiburg…         ->      Die Bürgerinnen und Bürger…

das schwache Geschlecht, Mädchenname, seinen Mann stehen

Geschlechtergerecht schreiben: Satzbau

  • Direkte Anrede:
     
  • Passivsatz statt „man“:
     
  • Passiv-, Infinitivformulierungen:
     
  • Plural statt Singular:
     
  • Verallgemeinerungen:
     
  • Übereinstimmung bei gleichgeschlechtlichen Gruppen:

Der Schüler muss unterschreiben.                    ->        Bitte unterschreiben Sie …

Man sollte die Gäste informieren.                      ->        Die Gäste sollten informiert werden.

Der Psychologe analysiert…                              ->        Es wird analysiert …
Der Schüler muss das Formular ausfüllen.        ->       Ein Formular ist auszufüllen
Jeder, der damit zu tun hat.                                ->       Alle, die damit zu tun haben.

Der, der die Patienten behandelt…                    ->       Wer die Patienten behandelt …


Lea und Maren sind Apotheker.                         ->       Lea und Maren sind Apothekerinnen.

Geschlechtergerecht schreiben: mit Augenmaß

Ist es Bürger*innenpflicht den Bürger*innensteig zu kehren? Sind so gepflegte Fußwege die Visitenkarte einer engagierten Bürger*innenschaft? – Da tanzen vermutlich die Sternchen vor den Augen … Bei solchen Zusammensetzungen sollte geprüft werden, ob Personen gemeint sind (mit *) oder Dinge (ohne *) und ob es Alternativen gibt: Die Bürger*innenschaft (oder die Gemeinschaft der Bürgerinnen und Bürger) kümmert sich um die Pflege der Bürgersteige (oder Gehwege); denn das ist eine allgemeine Bürgerpflicht (oder Pflicht der Gemeinschaft).

Quellen: