Ein besonderer Gast prägte gestern die Arbeit der Geschichts-AGs sowie des Politikkurses von Sandra Butsch am Walter-Eucken-Gymnasium und Kaufmännische Schulen I: Andreas Meckel berichtete als Zeitzeuge von seinen Erinnerungen an die Zeit des Zweiten Weltkriegs und von seiner Motivation, sich bis heute intensiv in der Gedenk- und Erinnerungsarbeit zu engagieren.
Kriegs- und Nachkriegszeit
In eindrucksvoller und persönlicher Weise schilderte Meckel seine Erfahrungen aus der Kriegs- und Nachkriegszeit. Dabei ging es nicht nur um historische Fakten, sondern vor allem um individuelle Wahrnehmungen, Ängste, Prägungen und die langfristigen Folgen von Krieg, Ausgrenzung und Gewalt.
Erinnerungsarbeit bleibt unverzichtbar
Ein zentraler Schwerpunkt seines Vortrags lag auf der Frage, warum Erinnerungsarbeit auch Jahrzehnte nach dem Ende des Zweiten Weltkriegs unverzichtbar bleibt. Meckel machte deutlich, dass Gedenken nicht rückwärtsgewandt sei, sondern Verantwortung für Gegenwart und Zukunft bedeute. Erinnern heiße, Lehren zu ziehen – für Demokratie, Menschenrechte und ein friedliches Zusammenleben in Europa.
Im anschließenden Austausch entwickelte sich eine lebhafte Diskussion. Teilweise hitzig, aber stets engagiert, setzten sich die Jugendlichen mit Themen wie Kriegsdienst, europäische Zusammenarbeit, aktuelle Weltpolitik sowie mit dem Erstarken populistischer Strömungen, insbesondere der AfD, auseinander. Meckel stellte sich den kritischen Fragen offen und forderte dazu auf, Meinungen zu hinterfragen, Argumente sorgfältig zu prüfen und demokratische Werte aktiv zu verteidigen.
Kultur der Solidarität
Abschließend mahnte Andreas Meckel zu einer Kultur der Solidarität. Angesichts globaler Krisen und gesellschaftlicher Spannungen sei es wichtiger denn je, Verantwortung füreinander zu übernehmen, Empathie zu zeigen und sich entschieden gegen Ausgrenzung und Extremismus zu stellen.
Die Begegnung mit Andreas Meckel zeigte eindrucksvoll, wie wertvoll der Dialog zwischen Zeitzeugen und jungen Menschen ist – und wie Geschichte dazu beitragen kann, Orientierung für die Gegenwart zu geben.
Ein herzliches Dankeschön an Andreas Meckel für seinen Besuch, seine Offenheit und sein nachhaltiges Engagement in der Erinnerungsarbeit.
S. Butsch
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