Wie lässt sich Geschichte so vermitteln, dass sie junge Menschen erreicht? Heute war Shane Mayer, der Enkel des aus Freiburg stammenden jüdischen US-Agenten Fred „Freddy" Mayer, am Walter-Eucken-Gymnasium und den Kaufmännischen Schulen I zu Gast. Mit einer Berufsschulklasse im Bereich E-Commerce und der Geschichts-AG der elften Klassen von Sandra Butsch kam er in einen lebhaften Austausch.
Mut, Einfallsreichtum und kreative Lösungen
Im Mittelpunkt standen das Leben seines Großvaters und dessen Einsatz gegen das NS-Regime. Was brauchte es, um als Spion zu bestehen? Welche Rolle spielten Mut, Einfallsreichtum und die Fähigkeit, in gefährlichen Situationen kreative Lösungen zu finden? Auch Shanes eigener Lebensweg stieß auf großes Interesse.
Eine Schülerin betonte, wie wichtig solche persönlichen Begegnungen seien. Im Gespräch mit einem Angehörigen werde aus Geschichte etwas Konkretes.
Der mit KI-Unterstützung gestaltete SWR-Kurzfilm über Fred Mayer eröffnete zugleich eine kritische Diskussion über die Zukunft der Geschichtsvermittlung. Ein Schüler fand den Film gut gemacht, äußerte aber auch Bedenken. Wenn Geschichte zunehmend durch künstlich erzeugte Bilder vermittelt werde, müsse erkennbar bleiben, was historisch belegt und was nachträglich gestaltet sei. Andernfalls drohten Verfälschungen; gezielte Manipulationen könnten sogar Geschichtsleugnung begünstigen.
Historisches Lernen und Medienkompetenz
Der SWR beschreibt für seinen Film eine quellenbasierte Recherche, redaktionelle Prüfungen und die Kennzeichnung der KI-Bilder. Gerade die Diskussion darüber zeigte, wie eng historisches Lernen und Medienkompetenz heute zusammengehören.
Herzlichen Dank, lieber Shane, für deine Offenheit, deine Zeit und eine Begegnung, die zum Nachfragen und Weiterdenken angeregt hat!
Zum Film und zum Umgang mit KI: SWR-Beitrag über Fred Mayer. Die Schreibweisen Shane Mayer und Fred Mayer entsprechen dem SWR-Beitrag.
S. Butsch